Nachhaltigkeit an de umverkehR-GV vom 4.6.2005

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An de Jahresversammlung wurden die neben den normalen Traktanden die folgenden Themen besprochen.

  • Wie gross soll umverkehR werden und
  • Nachhaltigkeit, in den umverkehR-Statuten und in der Praxis

    Grösse. Mit Hilfe von Folien und herzförmigen Ballonen wurden Schrumpf-, Gleichbleibe- und Wachstumsszenarien dargelegt und besprochen. Von den etwa 25 Anwesenden meinten etwa drei, dass die Grösse sich aus der Zielsetzung ergibt und die Zielsetzungsfrage demnach zentral stehen sollte. Hierauf wurde nicht weiter eingegangen. In der anschliessenden Abstimmung votierte die grosse Mehrheit für Wachstum des Vereins umverkehR.

    Nachhaltigkeit. Das Thema kam mit 30-minutiger Verspätung etwa um halbfünf Uhr zur Sprache. Man war allgemein mit der vorgetragenen Analyse der statutären Verpflichtungen und Ernst und Dringlichkeit der Umweltlage nicht einverstanden. Nach einer teilweise hitzigen Debatte stellte ein Anwesender den Antrag, die Diskussion abzubrechen. Etwa zwei Drittel waren damit einverstanden und so konnte die GV plangemäss um fünf Uhr beeendet werden.

    Grundsatzdiskussionen sind schwierig und brauchen Takt. Kritik wird allgemein zunächst einmal abgelehnt. Andererseits ist die Umweltentwicklung dermassen bedrohlich, dass eine direkte Konfrontation mit den harten Tatsachen leicht zu gewissen Bewältigungsmechanismen führt.

    Im Kreis der umverkehR-Aktiven scheint vom Geist der ursprünglichen Zielsetzung des Vereins - die Halbierung des schweizerischen motorisierten Strassenverkehrs innert zehn Jahren - fast nichts mehr vorhanden zu sein.

    Bedaurlich war es, zu erfahren, dass auch harte Tatsachen in Abrede gestellt wurden, bzw. mit dem Argument "Strategie" schöngeredet wurden. Eine Förderung des öffentlichen Verkehrs ohne gleichzeitzige Abbau des Privatverkehrs hat nämlich "Mehrverkehr" zu Folge. Das ist unwiderlegbar.

    In Anbetracht der ökologischen Dringlichkeit können wir uns Mehrverkehr jedoch nicht erlauben, auch nicht als Strategie. Es widerspricht den Statuten, die eindeutig forden, auf eine wirkliche Wende hinzuarbeiten und die eine Verringerung des Ressourcenverbrauchs um einen Faktor von drei bis acht erwähnen.

    Wenn man bedenkt, dass Öl und Gas uns in den nächsten 30 bis 50 Jahren ausgehen werden, und dass es noch eine Reihe anderer Umwelprobleme gibt, müssen wir schon etwas mehr machen, als den "öffentlichen Verkehr anschieben".

    umverkehR schreibt auf ihrer Webseite (Hervorhebung wie im Original): "... die Stadtzentren sind verstopft und schlucken kaum noch Mehrverkehr, der Strassenbau kann mit dem Verkehrswachstum nicht Schritt halten und Staus werden nur verschoben.
    Der Mehrverkehr kann nur durch die effizienteren Bahnen und Busse aufgefangen werden.

    Mit einer solchen Auffasssung werden die Zielsetzungen vom Verein umverkehR völlig pervertiert, indem das Verkehrswachstum als gegeben und unabänderbar als Ausgangsbasis hingenommen wird.

    Im Grunde bedeutet dies die Annahme oder Hinnahme der Ideologie, dass wir weiter wachsen können, alsob die Schweiz, die Welt, die Vorräte, grenzenlos wären.

    Antrag und Brief an umverkehR vom Mai 2005
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