Die fehlenden "Diversen" an der Generalversammlung vom 25.3.2006

home | umverkehr | a - z | zurück | ecostory
Hallo Hellen,

Erst später kam mir in den Sinn, dass die GV ohne den geplanten Punkt "Diversen" abgeschlossen wurde. Ich hatte noch etwas über den 20 Milliarden-Strukturfonds sagen wollen. Nun lese ich dazu die Pressemitteilung von Thomas auf der Umverkehr-Webseite. Diese Mitteilung beantwortet eigentlich bereits meine Frage und ich stelle erneut fest, dass Umverkehr sich wirklich voll und ganz der Verkehrsförderung verschrieben hat.

Dies ist in klarem Widerspruch zu den umverkehR-Statuten (da ist das R noch gross geschrieben, da wollte man nocht etwas wirklich ändern), die man hier ( www.ecoglobe.ch/umverkehr/d/statuten.htm ) bei mir auf meiner Webseite nachlesen können. Insbesondere verstösst Umverkehr gegen seinen Artikel 2 "Zweck", der da lautet: "Das Gebot der Nachhaltigkeit verlangt von den reichen und mächtigen Ländern der Erde einen ausgeprägten Wandel. Der Verbrauch von Energie und Ressourcen muss in diesen Ländern um einen Faktor drei bis zehn zurückgehen. umverkehR will helfen, von der blossen Schadensbegrenzung wegzukommen zugunsten einer echten Wende Richtung Nachhaltigkeit."

Wenn Thomas die 6 Milliarden und den Strukturfonds mit Vorbehälten begrüsst, dann soll er die Statuten auch nochmal lesen.

Ich weiss, dass ich ähnliches schon an Sitzungen vorgebracht habe und dass man darüber hinweggefahren ist. Ich muss es dennoch wiederholen, weil es von Seiten des Vereinskomitees nicht korrekt ist und ökologisch falsch.

Das von Christian Harb damals vorgebrachte Argument, dass man umverkehR bei einer korrekten und radikalen Aufstellung nicht mehr Ernst nehmen würde, kann gemäss Statuten nicht gelten. Das Argument bedeutet nämlich, dass man wegen des Weiterlebens als Verein seine Grundsätze im Stich lässt. Dementsprechend hat Umverkehr-2006 auch die Archivseiten der umverkehRs-Initiative nicht mehr im Internet. Orwell lässt grüssen. (vergleiche umverkehrs-Initiative und Initiativtext Deutsch

Angebracht wäre die Diskussion darüber, wie man ökologisch und statutär richtiges Handeln und wider alle Schwierigkeiten glaubhaft fördern kann.

Auf der Umverkehr-Webseite "Unser Leitbild" steht zwar noch das Prinzip des radikalen Wandels. Aber am Schluss der Seite wird das übliche ökonomische Geschwafel wiederkaut, dass mit Nachhaltigkeit nichts mehr zu tun hat: "Wir setzen uns dafür ein, dass sich die Schweiz in drei Schwerpunkten als führender Wirtschafts-Standort positioniert: Nachhaltigkeit und Effizienzrevolution Bildung, Lernen, Innovation Erhohlung, Wohlbefinden"

Thomas redet in seiner Pressemitteilung von einer neuen Mobilitätsstrategie für morgen. Morgen ist jedoch ohne Öl und Gas und ohne alternative Treibstoffe aber mit regelmässigen Überschwemmungen wegen des Klimawandels. Morgen ist mit einem sehr stark reduzierten Verkehr und mit relokalisierter Wirtschaft, so wie sich das die umverkehRs-Initianten und -Befürworter damals gesehen haben. Um morgen weiter wirtschaften und leben zu können, müssen wir nicht in Infrastrukturfonds unser Geld verlochen sondern die Relokalisierung der Wirtschaft ermöglichen. Es dürfen gar keine neue Verkehsstrukturen erstellt werden, weil diese nicht zukunftsgemäss sind.

Dafür bin ich damals Mitglied von umverkehR geworden und das gilt immer noch und sogar vermehrt wegen des Klimawandels und des Ende der fossilen Brennstoffe.

Mit freundlichen Grüssen ... Helmut Lubbers



NATIONALRAT MUSS INFRASTRUKTURFONDS WEITER OPTIMIEREN!
geschrieben von: Thomas am 21. Mar 2006

Bern, 21. März 2006. Die Umweltorganisationen VCS, WWF, Alpen-Initiative, Greenpeace, Pro Natura und umverkehR sowie der SEV stellen mit Interesse und Genugtuung fest, dass die bundesrätliche Vorlage "Infrastrukturfonds für den Agglomerationsverkehr und das Nationalstrassennetz" im Ständerat präzisiert und verbessert wurde. Der vorliegende Gesetzesentwurf respektive die Mittelverteilung muss jedoch noch optimiert werden.

Die versprochenen 6 Milliarden Franken für den Agglomerationsverkehr sind ein wichtiger, erster aber noch ungenügender Schritt in die richtige Richtung. Die Umweltorganisationen und der SEV sind zufrieden, dass der Ständerat die Finanzierung der drei S-Bahn-Projekte - das Kernstück der S-Bahn Genf (CEVA), der Tiefbahnhof Löwenstrasse Zürich und die Linie Mendrisio-Varese - über den Infrastrukturfonds unterstützt. Es wird begrüsst, dass die 17 ÖV-Projekte aus der Dinglichkeitsliste schnell finanziert werden können. Mit Genugtuung stellen die Umweltorganisationen fest, dass der Fuss- und Veloverkehr (Langsamverkehr) im Gesetzesentwurf Eingang gefunden hat. Leider stehen diesem noch keine finanzielle Ressourcen zur Verfügung.

Deshalb fordern die Umweltorganisationen und der SEV den Nationalrat eindringlich auf, die Vorlage weiter zu optimieren, insbesondere auch was die Mittelverteilung zu Gunsten des ÖV angeht. Sie erinnern den Zweitrat daran, dass die aktuell vorliegende Infrastrukturfonds-Vorlage strassenlastig bleibt und das deutliche Volks-Nein zum Gegenvorschlag der Avanti-Initative nach wie vor nicht respektiert: 67 Prozent der Stimmenden wünschen vom Bund, dass er viel mehr finanzielle Mittel für den öffentlichen Verkehr einsetzt, statt Autobahnen auszubauen. Die 6 Milliarden für den Agglomerationsverkehr bilden daher ein Minimum und sind noch keine Garantie, um in nachhaltiger Weise die Verkehrsprobleme in Zentren und Agglomerationen zu lösen. Das hohe Potential des Fuss- und Veloverkehrs in den Agglomerationen mit seinem optimalen Kosten-/Nutzenverhältnis ist durch finanzielle Beiträge in der ersten Tranche zu berücksichtigen. Weiterhin gilt, dass die Umweltorganisationen und der SEV unter keinen Umständen akzeptieren würden, wenn die drei obenstehenden S-Bahn-Projekte im Nationalrat nicht Bestandteil der Vorlage blieben.

Feinstaub im Winter und Ozon im Sommer, steigende verkehrsbedingte Gesundheitskosten und die Verknappung der Erdölreserven geben deutliche Zeichen, heute eine neue Mobilitätsstrategie für morgen zu entwickeln. Die Infrastruktur-Vorlage bietet dem Nationalrat dazu die Gelegenheit. (Quelle: www.umverkehr.ch März 2006)

Diverses nach der GV vom 25.3.2006
Gedanken über die Ziele vom Verein umverkehR April 2005
Nachhaltigkeit an de umverkehR-GV vom 4.6.2005
avanti 2004 gegen den Milliarden-Wahnsinn
umverkehR Statuten
home | a-z site map zurück - retour - back | umverkehR
6401